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"die grosse reise" - oder "wie gluecklich huete machen"

am 23.august machte ich mich abends auf den weg nach lima, eine ja mir jetzt schon bekannte stadt, vom gefuehl her weiterhin heimatlicher als chimbote. dort verbrachte ich einen tag mit gluecklichsein! von da aus ging es dann am naechsten abend fuer mary und mich, die wir nun zusammen die naechsten zwei wochen reisen wuerden, auf nach arequipa, die "weisse stadt". da der bus scheinbar eeewig brauchte und unverstaendliche pausen machte, kamen wir 18stunden spaeter in arequipa an (normaler weise dauert die fahrt 14h, hoechstens...) so hatten wir also leider schon einen halben tag verloren, suchten uns aber trotzdem in ruhe und bei guter laune, ein hostel in dem wir fuer zwei naechte blieben. die zwei folgenden tage sollten wunderbar werden, arequipa ist, neben cusco, meiner meinung nach, die schoenste stadt perus, unglaublich!!! erst machten wir uns auf in den cañon de colca. dort konnten wir die condore bei ihrem morgendlichen spazierflug beobachten und waren ausserdem hin und weg von unglaublichen taelern mit terassenfeldern! von dort aus ging es, da wir eine tour buchen mussten, mit der gruppe weiter in ein kleines dorf im cañon um mittag zu essen. der koch mit zahnspange (!) war so stolz auf sein vielseitiges buffet und erfreute uns mit seiner netten art, wie er um die tische huschte und huepfte aber vor allem mit dem super leckeren essen! um das essen zu verdauen machten wir einen kurzen spaziergang durch das doerfchen und kauften uns, schnell und spontan, auf einem der perutypischen maerkte, zwei valleytypische huete, die dort alle frauen tragen und uns schon sehr frueh als unbedingt zu kaufendes artefact aufgefallen sind! richtig gut! am naechsten tag ging es dann mit diesen hueten, und mit fast erschreckender seligkeit ueber diese, nach einem betoerend leckerem pfannkuchen-fruchtsalat-geurtstags-fruehstueck (selbstgekocht im hostel!) auf ins kloster santa catalina. dort empfing uns ein leichtes, warmes, wunderbares spiel aus licht und farben, dass von den hohen klostermauern fiel. ein atemberaubendes kloster, riesengross, weshalb es auch lange "die stadt in der stadt" genannt wurde, mit einer durchaus interessanten geschichte: frueher wurden in dieses kloster nur spanische maedchen von super reichen familien gesannt. dort sollten sie eine gute ausbildung geniessen. die maedchen hatten von diesem zeitpunkt an keinen kontakt mehr zur aussenwelt, genauso wenig wie die arequipeña, oder auch sonst niemand in der welt, wusste, was dort wirklich vor sich ging. die klosterschwestern lebten ein sehr gutes, reiches leben, es fehlte ihnen an nichts und wenn man durch das, sehr gut erhaltene, kloster schlendert, hat man das gefuehl in diese welt eintauchen zu koennen. die raeumlichkeiten sind sehr schoen erhalten, frueher waren alle waende weiss, mittlerweile wurden sie bunt gestrichen, welches, wenn die sonne scheint, das bereits beschriebene farbspiel erzeugt. ein absolut gelungener tag!!! von dort ging es dann, natuerlich wieder nachts, weiter nach cusco, wir waren gespannt! in cusco angekommen fanden wir schnell ein kleines, supersuesses cafe - in dem nicht der fernseher lief, ein unglaubliches phaenomen!!! - in dem wir lecker panqueque und tortilla fruehstuecken waren und suchten uns dann ein hostel. wir zogen am nachmittag, nachdem wir die am darauffolgenden tag beginnende tour zum machupichu gebucht hatten, in die stadt und verliebten uns sofort in sie! wir tranken, wie sooft auf unserer reise, unsren erdbeersaft mit milch und ohne zucker und fanden einen artesania-laden, in dem sonst nur die frauen einkauften, die ihre staende auf den maerkten und ferias haben - heisst, wir haben all dieses perutypische zeug, das ihr euch sicher am besten mit dem klischeehaften lamapulli vorstellen koennt, zum einkaufspreis bekommen. wir kauften ein wie bloede und waren selig am naechsten morgen, so um acht rum, holte uns unsere gruppe, mit der wir die naechsten 4 tage verbringen sollten, ab. gleich erkannte ich, es waren ausser uns zwei, nur englaender und hollaender am start, die alle kein spanisch sprachen und so waren wir gezwungen wieder englisch zu sprechen - das war echt heftig, seit mehr als fuenf monaten sprachen wir nur noch spanisch, klar auch deutsch, aber sicher kein englisch und - uff - ja, s´war nicht so leicht. nach ein, zwei tagen bin ich aber eigentlich ganz gut reingekommen und hab mich mit allen sehr gut verstanden! wir fuhren mit dem bus nach ollantaytambo auf 4000m und von da aus, in schutzkleidung eingepackt wie terminatoren, mit moutainbikes runter auf 2000m - wir waren in der selva, im regenwald, angekommen. zwar war das noch nicht super-selva aber ja, bergiger regenwald, was wahnsinnig schoen und anders ist!!! da wir einige baustellen und staubige strassen passierten sahen wir alle aus als haetten wir eine schlammschlacht hinter uns - waren aber nach wie vor gut drauf! mit dem bus ging es dann das letzte stueck bis nach st. maria weiter, wo wir in einem hostel blieben und - das erste mal seit knapp sechs monaten! - regen auf der haut spuehrten - war schoen und warm! der darauffolgende tag war der tag, mit der laengsten wanderstrecke, 25km durch berge, regenwald und an flussbetten entlang. nach dem ersten, super steilen und anstrengendem stueck in die berge, jedoch immer schoen im schatten der bananenplantagen und mangobaeume, kamen wir am "monkeyhouse" an. dort, irgendwo wo eben eine familie sich ein haus hingebaut hatte und einen affen als haustier hielt, entspannten wir uns bei frischem maracujasaft in den haengematten. kurz bevor es weiter ging sollten wir noch einer der reden unseres etwas anstrengenden guia lauschen - er zeigte uns eine frucht mit einigen samen, die die regenwaldbewohner zur koerperbemalung nutzten - ich bekam dann auch gleich nen ziemlich guten puma in menschlicher gestalt dargestellt auf den oberarm gemalt. hihi, ich fands gut der puma war naemlich das wichtigeste tier fuer die inkas damals, spiegelte fuer diese kraft und ausdauer, bestaendigkeit und vorallem nur das presente, vergangenes und zukunft nicht. ein schoenes bild, fand ich! weiter gings auf dem inkapfad, den die inkas steil an die haenge konstruiert hatten und immer tiefer ins tal wo der luss rauschte. ueber eine seilzugartige, anfangs nicht so vertrauenserweckende, flussueberquerung und im warmen urwaldregen kamen wir an den, direkt am fluss liegenden, baños termales an wo wir 2h lang die warmen quellwasser geniessen konnten. nach 20min. weiterem gehen kanem wir in st. teresa an, ein schon ziemlich touristischer ort, wo wir uebernacht blieben, nachdem wir ordentlichst gefeiert hatten. der naechste tag war noch waermer und sonniger, was die 6h stunden wanderung erschweren sollte, aber wir passierten wieder wunderbare landschaften und konnten schon immer mal wieder, von dem tal aus, das wir durchwanderten, machupichu auf den berggipfeln erkennen - die aufregung stieg! wir kamen am abend in aguas calientes an, ein super touristischer ort, der letzte ort bevor man machupichu besteigt. wir wussten, am naechsten morgen mussten wieder sehr frueh aus den betten um dann, noch im dunkel und vom schoensten sternenhimmel geschuetzt, 1600steinstufen auf machupichu zu steigen. das war wirklich anstrengend, die letzten drei tage waren einfach doch nicht so ganz ohne gewesen, und auch wenn keinem aus der gruppe etwas passiert war, alle froh und munter, wir waren doch ganz schoen geschafft - erst recht als wir dann endlich oben, in der verlorenen stadt angekommen waren und die sonne durch den morgennebel aufsteigen sehen konnten! sicher fuenf stunden verbrachten wir in machupichu selbst, machten lecker avodcadobrotbrotzeit und machten uns dann an den abstieg. wieder in aguas calientes angekommen ging es abend mit dem zug, in dem irgend ein depp die fenster offen gelassen hatte, ohne daran zu denken, dass wir den urwald passieren und die ganzen muecken reinfliegen wuerden, zueruck nach ollantaytambo. wieder in cusco angekommen mussten wir feststellen, da wir doofies nicht reserviert hatten, dass das hostel in dem wir unsere rucksacke gelassen hatten, voellig ausgebucht war und waren nun, muede und voellig fertig, gezwungen nachts ein neues hostel zu suchen. weil wir ja die vier tage mit der gruppe schon sehr genossen hatten, beschlossen wir zu denen ins hostel zu ziehen, ins lokis, die beackpackerhochburg schlecht hin, was eigentlich nicht so sehr unsere art ist... hat sich aber absolut gelohnt - wir hatten noch zwei supergeile tage in cusco und feierten die ganze nacht. weiter ging es dann nach puno, dort wohnt jan, den wir auch auf den vorbereitungsseminaren in deutschland kennengelernt hatten. dort sollten wir nur einen tag sein, wir fuhren den ganzen tag mit dem bot auf dem lago titicaca rum, sahen uns dir uros an, dass sind inseln aus schilf wo immer noch ziemlich viele leute wohnen, und fuhren weiter auf eine groessere insel. alles sehr schoen, bei dollem wetter und guter stimmung, wie immer hatten wir alles richtig gemacht am abend fuehrte jan uns noch in die mit abstand beste bar, die ich bis jetzt in der ganzen zeit in peru besucht habe und wir fielen muede und zufrieden ins hostelbettchen... am naechsten morgen hiess es mal wieder frueh aufstehen um dann von juliaca aus zurueck nach lima zu fliegen. am flughafen und auch waerend dem ganzen, wunderschoenen flug, hatte ich das gefuehl, jetzt gehts heim, noch ein paar stunden flugzeit und dann in frankfurt aussteigen und wieder bayerisches bier trinken koennen.... aber nein, es ging zurueck nach lima, wo ich mir erstmal wieder meine haare rappelkurz schneiden lies und von da dann wieder zurueck in die fischstadt chimbote. wir haben alles genossen was ging, haben eine absolute geile zeit gehabt, eine wunderbare reise, nicht ein schlechtes ding ist uns widerfahren und ich war voll und ganz bei mir! als reisende fuehl ich mich wohl, bin ich ich und frei und gluecklich, ich freu mich wie bolle auf alle reisen, die es noch zu geniessen gilt, hier, in meinem naechsten halbjahr... in diesem sinne, ich verabschiede mich und werde nach dem naechsten ausflug berichten. adios amigos.
18.9.11 21:39
 


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