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Viel ist passiert, wenig hab ich geschrieben...

So, nach langem nichts schreiben und schon viel zu spät meld ich mich mal wieder. Ich sammel nun mal ein paar eindruecke der letzten wochen zusammen. Ostern: hier in peru wird die semana santa gefeiert. ein wichtiges und schoenes fest mit prozessionen auf der strasse und einigen messen in der kirche. in meiner familie jedoch wurde die semana santa fast ignoriert und ich war nur am ostersonntag in der kriche. ausserdem waren wir auf einer dieser zeremonien auf der strasse, es wurde die kreuzigung jesu christis nachgespielt. eine stunde lang sind wir durch die pralle mittagshitze gewatschelt und haben den schauspielern zugesehn, es wurde gesungen, gebetet, gepredigt und, was mich wirklich ziemlich erschreckt hat, vom band geheult. im grossen und ganzen war der marsch eher langweilig und ermuedent, dann jedoch ging es auf einen kleinen huegel wo christus und zwei seiner kompanen gekreuzigt wurden. ein ziemlich aufwaendiges schauspiel mit grossen krauzen die in den sand gepflockt und fuer die kreuzigung verwedet wurden. mir war das ganze ein bisschen zu viel, aber gut, so wird eben an damals erinnert... dann hatten wir am 10. april die erste runde der praesidentschaftswahl. es gab um die 30 parteien fuer den congreso und 13 (!) kandidaten fuer das praesidentschaftsamt. allerdings kamen nur fuenf von ihnen wirklich in frage und so wurde auch bei dem im fernsehen uebertragenen duell, nur diese fuenf eingeladen. es handelt sich hierbei um: keiko fujimori: tochter von alberto fujimori, ehemaliger preasident von peru, der wegen menschenrechtsverletzung und korruption seit jahren im gefaengis sitzt. fragwuerdige kandidatin, die sich um die freilassung ihres vaters bemuehen wird und ihn in ihrem namen regieren laesst. ollanta humala: ziemlich seltsamer typ der gelder von seinem freund hugo chavez, dem linksradikalen preasident von venezuela, fuer den wahlkampf bekommen hat und deshalb grosses aufsehen erregt hat. ehemaliger militarist. oder wie das heisst... pablo pedro kuszynski: einziger etwas glaubwuerdiger kandidat, deutsch-peruanischer herkunft. toledo: ehemaliger praesident von peru, wegen alkohol und drogen geschichten sehr bekannt und ebenfalls etwas fragwuerdig. ich weiss allerdings nicht sehr viel von seinen ideen und programmvorschlaegen, genauso wenig wie ueber den letzten kandidat castañeda. heute, am 5.juni gabs die stichwahl zwischen ollanta humala und keiko fujimori. noch wird ausgezaehlt aber es wird wahrscheinlich ziemlich knapp der linksradikale ollanta gewinnen. die wahlkampfzeit hier war ziemlich anstrengend. die ganzen staedte sind voll, und mit voll meine ich wirklich wirklich voll, mit werbung der kandidaten. die leute tragen tshirts, kappen und stirnbaender ihrer lieblingskandidaten sogar in der arbeit und bepinseln ihre hauswaende mit den logos derer. riesige plakate und banner "schmuecken" die stadt und die auftritte der kandidaten im wahlkampf erinnern an popkonzerte und das finale von germany's next topmodel. ja. ein bisschen anders als in deutshcland ist auch, dass man immer wieder interviews in den privaten raeumlichkeiten der politiker zu sehen bekommt, und einem scheinbar entspannten tratsch der kandidaten und ihrer familie mit dem reporter lauschen kann. eine grosse schwierigkeit ist, waehlen ist pflicht. wer nicht waehlt, zahlt. aber fuer wen waehlen wenn nur zwei solch fragwuerdige kandidaten zur auswahl stehen...?! ich bin gespannt wie das nun weiter geht, was sich in den naechsten fuenf jahren wohl so veraendert... am 10.mai war muttertag. in peru ein unglaublich wichtiges event. ueberall in den schulen und kindergaerten wurden kleine feste fuer die muetter veranstaltet und die kinder beschenken die muetter reicher wie an ihrem geburtstag. mit meiner familie, die ja ein wenig schwierig war, war ich nur essen jedoch in meiner arbeit hatten wir ein eben beschriebenes fest. sodala. das waren nun mal die etwas spannenden aktionen der letzten wochen hier. nun zu meinem leben. meine arbeit ist und bleibt unspannend und eintoenig, jedoch hab ich immer mehr spass mit den kindern, weil ich mich einfach mittlerweile richtig gut verstaendigen kann! ich schnapp mir ienfach nach der ersten brotzeit ein paar kinder und spiel und alber mit ihnen rum, so gut und lange, wie ich eben kann und darf. ich denke, diesen kindern fehlt es grundsetzlich an aufmerksamkeit und gelassenheit. in ihren familien bekommen sie, wenn es irgendwie finanziell moeglich ist, einfach alles was sie wollen. andernfalls schreien und heulen sie so lange, bis der vater vermutlich die nerven verliert. ausserdem wollen sie ihre "hausaufgaben" nicht machen, was widerrum dazu fuehrt das die muetter diese machen und die kinder nichts lernen. es ist wie ein rennen gegen eine ewige wand. jeden tag versucht man von neuem zu erklaehren, das rot eben nicht gruen ist und zuhause, wo sie diese dinge stolz ihren eltern erzaehlen koennten, wird ihnen nicht zugehoert sondern lieber viel zu suesses essen serviert. das ist so ein punkt, den muss ich einfach akzeptieren, so schwer es auch sein mag. die erziehungs- und umgangsformen in diesem land sind erschreckend unbedacht und unklug... ich kenne jetzt schon, in der kurzen zeit in der ich hier bin, fuenf oder sechs erwachsene leute die diabetes und ernsthafte folgeschaeden haben und trotzdem hoeren sie nicht auf, unentwegt zucker zu konsumieren. schwierig. ja. und zu meiner familie. die hab ich mittlerweile, vor genau zwei wochen, gewechselt. darueber bin ich sehr froh weil ich nun endlich etwas zeit auch geniessen kann. ich lebe nun in einer grossfamilie. eigentlich sind wir im haushalt nur zu viert, gastmama, gastpapa und gastbruder, der schon einen sohn hat, aber wieder zu hause lebt weil er sich von seiner frau getrennt hat. dann habe ich noch zwei gastschwestern die auch beide zwei kinder haben. dann gibt es noch die mutter meiner gastmama die auch oft vorbeischaut und eine wunderbare weise heilerin ist! in zehn tagen bin ich den dritten monat hier. unglaublich ist das! letztes wochenende war ich einen tag in trujillo und habe mir bevor ich nach huanchaco an den surferstrand gefahren bin, die ruinenstaette chanchan angesehen. ein unglabuliches und wunderschoenes erlebnis, das ich sicher nie vergessen werde. dort hatte ich zum ersten mal in der ganzen zeit so richtig das gefuehl hier angekommen zu sein und hoffe naechstes wochenende, wenn ich nach huaraz reisen werde, wieder ein stueck weiter in diese kultur zu finden. morgen gehts dann wieder in den kleinen combis zur arbeit. das sind kleine autobusse, ungefaehr so gross wie unser kleiner bus in dietramszell, in die normalerweise so sechs, sieben personen passen. hier jedoch befinden sich irrsinnige 18 bis 20 personen in einem solchen. immer wieder ein erlebnis fuer sich! soviel als kleine zusammenfassung. alles liebe aus chimbote.
5.6.11 21:31
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


mama (10.6.11 20:33)
sehr schön, meine liebe - das klingt ja endlich alles sth like more grounded & relaxed! Wünsche dir weiterhin gute Stimmung & vor allem daß das mit Lima klappt
kußmama

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