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"die grosse reise" - oder "wie gluecklich huete machen"

am 23.august machte ich mich abends auf den weg nach lima, eine ja mir jetzt schon bekannte stadt, vom gefuehl her weiterhin heimatlicher als chimbote. dort verbrachte ich einen tag mit gluecklichsein! von da aus ging es dann am naechsten abend fuer mary und mich, die wir nun zusammen die naechsten zwei wochen reisen wuerden, auf nach arequipa, die "weisse stadt". da der bus scheinbar eeewig brauchte und unverstaendliche pausen machte, kamen wir 18stunden spaeter in arequipa an (normaler weise dauert die fahrt 14h, hoechstens...) so hatten wir also leider schon einen halben tag verloren, suchten uns aber trotzdem in ruhe und bei guter laune, ein hostel in dem wir fuer zwei naechte blieben. die zwei folgenden tage sollten wunderbar werden, arequipa ist, neben cusco, meiner meinung nach, die schoenste stadt perus, unglaublich!!! erst machten wir uns auf in den cañon de colca. dort konnten wir die condore bei ihrem morgendlichen spazierflug beobachten und waren ausserdem hin und weg von unglaublichen taelern mit terassenfeldern! von dort aus ging es, da wir eine tour buchen mussten, mit der gruppe weiter in ein kleines dorf im cañon um mittag zu essen. der koch mit zahnspange (!) war so stolz auf sein vielseitiges buffet und erfreute uns mit seiner netten art, wie er um die tische huschte und huepfte aber vor allem mit dem super leckeren essen! um das essen zu verdauen machten wir einen kurzen spaziergang durch das doerfchen und kauften uns, schnell und spontan, auf einem der perutypischen maerkte, zwei valleytypische huete, die dort alle frauen tragen und uns schon sehr frueh als unbedingt zu kaufendes artefact aufgefallen sind! richtig gut! am naechsten tag ging es dann mit diesen hueten, und mit fast erschreckender seligkeit ueber diese, nach einem betoerend leckerem pfannkuchen-fruchtsalat-geurtstags-fruehstueck (selbstgekocht im hostel!) auf ins kloster santa catalina. dort empfing uns ein leichtes, warmes, wunderbares spiel aus licht und farben, dass von den hohen klostermauern fiel. ein atemberaubendes kloster, riesengross, weshalb es auch lange "die stadt in der stadt" genannt wurde, mit einer durchaus interessanten geschichte: frueher wurden in dieses kloster nur spanische maedchen von super reichen familien gesannt. dort sollten sie eine gute ausbildung geniessen. die maedchen hatten von diesem zeitpunkt an keinen kontakt mehr zur aussenwelt, genauso wenig wie die arequipeña, oder auch sonst niemand in der welt, wusste, was dort wirklich vor sich ging. die klosterschwestern lebten ein sehr gutes, reiches leben, es fehlte ihnen an nichts und wenn man durch das, sehr gut erhaltene, kloster schlendert, hat man das gefuehl in diese welt eintauchen zu koennen. die raeumlichkeiten sind sehr schoen erhalten, frueher waren alle waende weiss, mittlerweile wurden sie bunt gestrichen, welches, wenn die sonne scheint, das bereits beschriebene farbspiel erzeugt. ein absolut gelungener tag!!! von dort ging es dann, natuerlich wieder nachts, weiter nach cusco, wir waren gespannt! in cusco angekommen fanden wir schnell ein kleines, supersuesses cafe - in dem nicht der fernseher lief, ein unglaubliches phaenomen!!! - in dem wir lecker panqueque und tortilla fruehstuecken waren und suchten uns dann ein hostel. wir zogen am nachmittag, nachdem wir die am darauffolgenden tag beginnende tour zum machupichu gebucht hatten, in die stadt und verliebten uns sofort in sie! wir tranken, wie sooft auf unserer reise, unsren erdbeersaft mit milch und ohne zucker und fanden einen artesania-laden, in dem sonst nur die frauen einkauften, die ihre staende auf den maerkten und ferias haben - heisst, wir haben all dieses perutypische zeug, das ihr euch sicher am besten mit dem klischeehaften lamapulli vorstellen koennt, zum einkaufspreis bekommen. wir kauften ein wie bloede und waren selig am naechsten morgen, so um acht rum, holte uns unsere gruppe, mit der wir die naechsten 4 tage verbringen sollten, ab. gleich erkannte ich, es waren ausser uns zwei, nur englaender und hollaender am start, die alle kein spanisch sprachen und so waren wir gezwungen wieder englisch zu sprechen - das war echt heftig, seit mehr als fuenf monaten sprachen wir nur noch spanisch, klar auch deutsch, aber sicher kein englisch und - uff - ja, s´war nicht so leicht. nach ein, zwei tagen bin ich aber eigentlich ganz gut reingekommen und hab mich mit allen sehr gut verstanden! wir fuhren mit dem bus nach ollantaytambo auf 4000m und von da aus, in schutzkleidung eingepackt wie terminatoren, mit moutainbikes runter auf 2000m - wir waren in der selva, im regenwald, angekommen. zwar war das noch nicht super-selva aber ja, bergiger regenwald, was wahnsinnig schoen und anders ist!!! da wir einige baustellen und staubige strassen passierten sahen wir alle aus als haetten wir eine schlammschlacht hinter uns - waren aber nach wie vor gut drauf! mit dem bus ging es dann das letzte stueck bis nach st. maria weiter, wo wir in einem hostel blieben und - das erste mal seit knapp sechs monaten! - regen auf der haut spuehrten - war schoen und warm! der darauffolgende tag war der tag, mit der laengsten wanderstrecke, 25km durch berge, regenwald und an flussbetten entlang. nach dem ersten, super steilen und anstrengendem stueck in die berge, jedoch immer schoen im schatten der bananenplantagen und mangobaeume, kamen wir am "monkeyhouse" an. dort, irgendwo wo eben eine familie sich ein haus hingebaut hatte und einen affen als haustier hielt, entspannten wir uns bei frischem maracujasaft in den haengematten. kurz bevor es weiter ging sollten wir noch einer der reden unseres etwas anstrengenden guia lauschen - er zeigte uns eine frucht mit einigen samen, die die regenwaldbewohner zur koerperbemalung nutzten - ich bekam dann auch gleich nen ziemlich guten puma in menschlicher gestalt dargestellt auf den oberarm gemalt. hihi, ich fands gut der puma war naemlich das wichtigeste tier fuer die inkas damals, spiegelte fuer diese kraft und ausdauer, bestaendigkeit und vorallem nur das presente, vergangenes und zukunft nicht. ein schoenes bild, fand ich! weiter gings auf dem inkapfad, den die inkas steil an die haenge konstruiert hatten und immer tiefer ins tal wo der luss rauschte. ueber eine seilzugartige, anfangs nicht so vertrauenserweckende, flussueberquerung und im warmen urwaldregen kamen wir an den, direkt am fluss liegenden, baños termales an wo wir 2h lang die warmen quellwasser geniessen konnten. nach 20min. weiterem gehen kanem wir in st. teresa an, ein schon ziemlich touristischer ort, wo wir uebernacht blieben, nachdem wir ordentlichst gefeiert hatten. der naechste tag war noch waermer und sonniger, was die 6h stunden wanderung erschweren sollte, aber wir passierten wieder wunderbare landschaften und konnten schon immer mal wieder, von dem tal aus, das wir durchwanderten, machupichu auf den berggipfeln erkennen - die aufregung stieg! wir kamen am abend in aguas calientes an, ein super touristischer ort, der letzte ort bevor man machupichu besteigt. wir wussten, am naechsten morgen mussten wieder sehr frueh aus den betten um dann, noch im dunkel und vom schoensten sternenhimmel geschuetzt, 1600steinstufen auf machupichu zu steigen. das war wirklich anstrengend, die letzten drei tage waren einfach doch nicht so ganz ohne gewesen, und auch wenn keinem aus der gruppe etwas passiert war, alle froh und munter, wir waren doch ganz schoen geschafft - erst recht als wir dann endlich oben, in der verlorenen stadt angekommen waren und die sonne durch den morgennebel aufsteigen sehen konnten! sicher fuenf stunden verbrachten wir in machupichu selbst, machten lecker avodcadobrotbrotzeit und machten uns dann an den abstieg. wieder in aguas calientes angekommen ging es abend mit dem zug, in dem irgend ein depp die fenster offen gelassen hatte, ohne daran zu denken, dass wir den urwald passieren und die ganzen muecken reinfliegen wuerden, zueruck nach ollantaytambo. wieder in cusco angekommen mussten wir feststellen, da wir doofies nicht reserviert hatten, dass das hostel in dem wir unsere rucksacke gelassen hatten, voellig ausgebucht war und waren nun, muede und voellig fertig, gezwungen nachts ein neues hostel zu suchen. weil wir ja die vier tage mit der gruppe schon sehr genossen hatten, beschlossen wir zu denen ins hostel zu ziehen, ins lokis, die beackpackerhochburg schlecht hin, was eigentlich nicht so sehr unsere art ist... hat sich aber absolut gelohnt - wir hatten noch zwei supergeile tage in cusco und feierten die ganze nacht. weiter ging es dann nach puno, dort wohnt jan, den wir auch auf den vorbereitungsseminaren in deutschland kennengelernt hatten. dort sollten wir nur einen tag sein, wir fuhren den ganzen tag mit dem bot auf dem lago titicaca rum, sahen uns dir uros an, dass sind inseln aus schilf wo immer noch ziemlich viele leute wohnen, und fuhren weiter auf eine groessere insel. alles sehr schoen, bei dollem wetter und guter stimmung, wie immer hatten wir alles richtig gemacht am abend fuehrte jan uns noch in die mit abstand beste bar, die ich bis jetzt in der ganzen zeit in peru besucht habe und wir fielen muede und zufrieden ins hostelbettchen... am naechsten morgen hiess es mal wieder frueh aufstehen um dann von juliaca aus zurueck nach lima zu fliegen. am flughafen und auch waerend dem ganzen, wunderschoenen flug, hatte ich das gefuehl, jetzt gehts heim, noch ein paar stunden flugzeit und dann in frankfurt aussteigen und wieder bayerisches bier trinken koennen.... aber nein, es ging zurueck nach lima, wo ich mir erstmal wieder meine haare rappelkurz schneiden lies und von da dann wieder zurueck in die fischstadt chimbote. wir haben alles genossen was ging, haben eine absolute geile zeit gehabt, eine wunderbare reise, nicht ein schlechtes ding ist uns widerfahren und ich war voll und ganz bei mir! als reisende fuehl ich mich wohl, bin ich ich und frei und gluecklich, ich freu mich wie bolle auf alle reisen, die es noch zu geniessen gilt, hier, in meinem naechsten halbjahr... in diesem sinne, ich verabschiede mich und werde nach dem naechsten ausflug berichten. adios amigos.
18.9.11 21:39


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Im Juli

remembering the july, great stuff!

 

Anfang Juli gings los.

Mary, Lewin und ich sind fuer vier tage nach Huaraz gefahren, einem Bergstaedtchen auf 3050m in der Corderilla Blanca. Wir hatten ein wenig Angst wegen der Hoehe, meine Gastfamilie hatte sich schon unheimliche Sorgen um meine Gesundheit gemacht, bevor ich ueberhaupt losgefahren bin. Ich bin also in der Nacht vom 07. auf den 08. Juli nach Huaraz aufgebrochen um dort dann die beiden aus Lima kommenden um 06:00uhr morgens zu treffen. Wir suchten uns unser Hostel, dass uns von einem Freund und Arbeitskollegen von Mary, empfohlen wurde. Dort fuehlten wir uns sofort superwohl, nur nette Leute, die alle gern Extremsport in den Bergen betreiben und Aufgeschlossenheit trafen wir dort an. Nach dem ersten Spaziergang ueber die Plaza de Armas, bei dem wir all die Sonne auftankten, die wir die letzten Wochen an der Kueste vermisst hatten, entschieden was wir die naechsten Tage erleben wollten. Und das sah dann wie folgt aus:

Am Tag darauf sind wir mit einem kleinen Combi, wie ihr sie schon aus meinem letzten Bericht kennt, eine halbe Stunde lang die Berge raufgetuckelt und bereuten, so lecker gefruehstueckt zu haben... Aber die Fahrt hatte sich gelohnt, oben hatten wir (gut 600m hoeher als Huaraz selbst) eine wunderbare Aussicht auf das Tal in dem das Staedtchen liegt und besichtigten die ueber 1000 Jahre alte Tempelruine Willkawain der ehemaligen Wari-Kultur Peru`s. Ein sehr einfacher und doch unglaublicher Bau mit drei Stockwerken. Ein, fuer damalige Verhaeltnisse, architektonisches Meisterwek.

Ich werd dazu jetzt trotzdem nicht mehr schreiben, googelts einfach

Man hatte uns geraten, fuer den Abstieg einen Guide mit zu nehmen, wir wollten in`s eigentlich (!) nahe gelegene Dorf Monterrey wandern um uns dann am Tagesende ein gemuetliches Bad in den heilenden Thermalbaedern zu goennen. Tja, wir dachten uns, schlau wie wir sind, dass schaffen wir auch ohne Guide - falsch gedacht! Fuer den Weg, den man eigentlich in 1 1/2h zuruecklegt brauchten wir gute drei Stunden weil wir uns in der, von picksigen Bueschen und Strauchern uebersaeten, Pampa ziemlich verlaufen hatten.

Doch auch dieser Weg lohnte sich und wir genossen noch eine gute Stunde in den roten Baedern - gut, mein weisser Bikini fands nicht so toll aber der soll sich mal nicht so haben...

Eigentlich ziiiemlich muede und nicht mehr zum feiern oder weggehen zu haben kamen wir am spaeten Nachmittag in unserem Hostel an und wurden nach unsrem Abendesse, dass aus Palta (Avocado), Thunfisch und lecker Brot (ja, in der Sierra, so heisst die Berglandschaft Perus, gibts gutes Brot!) in die Bar unseres Hostelbesitzers eingeladen. Erst etwas unschluessig entschieden wir dann aber doch noch rueber zu laufen.

Wir sollten es nicht bereuen. In der Bar war ungefaehr jede Nationalitaet vertreten, scheinbar alle ausser die peruanische. Klingt vielleicht komisch, hat uns aber total entspannt. Wir waren nicht die einzigen Gringos und wurden wie normale Menschen, ja, wie interessante Individuen behandelt und hatten grossen Spass!

Die am naechsten morgen geplante Tour zu einer Lagune auf 4450m mussten wir leider auf unseren letzten Tag in Huaraz verschieben - wir hatten zu lange, zu intensiv gefeiert und hingen den Sonntag eigentlich ziemlich Planlos in der Stadt rum. War aber auch schoen, nachwievor hatten wir tolles Wetter und genossen das nicht-nur-Gringosein.

Das mag sich vielleicht ubertrieben anhoeren, lesen, das mit dem Gringodasein, ist aber wirklich ziemlich heftig. Gerade fuer mich, die ich in Chimbote wohne, wo es einfach noch viel zu wenig Touristen gibt und ich mich nach wie vor noch nicht an das dauernde angesprochen werden, gewoehnt habe, war es die pure Entspannung in dem Touristenort Huaraz.

 

Nach diesen vier Tagen Huaraz bin ich mit Mary und Lewin nach Lima gefahren um dort mit Juan, einem peruanischem Taenzer und mittlerweile guten Freund, ein paar Stuendchen zu tanzen. Vollkommene Energieaufladung nach den Wochen im Kindergarten, die mich immer mehr annerven. Ich hab mich wieder lebendig und nach mir angefuehlt und wusste, das Reisen ises!

 

Als ich wieder in Nuevo Chimbote bei meiner Gastfamilie war habe ich drei Tage Verschnaufzeit von meiner Gastmama gewaehrt bekommen, bevor wir zwei dann nach Cajamarca gefahren sind. Cajamarca ist ebenfalls eine Bergstadt, jedoch nicht so hoch gelegen wie Huaraz und liegt etwas weiter im Norden. Dort durften wir drei Tage bei dem Bruder meiner Gastmutter wohnen und haben von dort aus, was fuer mich ja voellig untypisch is, zwei gefuehrte Touren gemacht. Eigentlich ist das ja nicht so nach meinem Gusto, einen Haufen Geld zahlen, damit dich dann jemand auf dem Berg rauffaehrt, was man genauso gut mit den ueblichen Combis machen koennte... aber gut, mit meiner Gastmutter, die ja auch nicht mehr die juengste ist, war das natuerlich was anderes und es hat trotzdem Spass gemacht!

Um Cajamarca herum gibt es unglaublich tollle Plaetze zu sehen, wir sind nach Cumbe Mayo gefahren. Cumbe Mayo, landschaftlich sehr aehnlich wie Schottland und absolut atemberaubend, war wohl lange Zeit Lebensraum fuer mehrere Voelker. Dort gibt es einen in Stein geschlagenen, perfekt graduierten, Kanal um Wasser von den beiden Ozeanen zu transportieren. Niemand kann sich erklaeren, wie die das damals gemacht haben, sieht unscheinbar aus, ist aber wirklich ziemlich abgefahrn!

Nach zwei weiteren Ausfluegen gings dann auch schon wieder zurueck nach Chimbote wo ich die letzten Tage mit meiner Freundin und Arbeitskollegin Johanna und ihrer Gastfamilie verbrachte. Johanna ist dann nach Lima gefahren um noch drei Wochen zu reisen und dann zurueck nach Deutschland zu fliegen. Ich hab einfach mal wieder spontan entschieden mit zu fahren und war im Endeffekt fast eine Woche lang in Lima.

So langsam ging der Juli zu ende und Lewin hatte sein Reisewochenende von diesem Monat noch nicht genutzt. Er entschied sich deshalb mit nach Chimbote und dann mit mir weiter nach Trujillo und an den schoenen Surferstrand in Huanchaco zu kommen.

Ein weiteres entspanntes Wochenende ging zu ende und jetzt wird erstmal im trauten Heim, in der schoenen Fischstadt, ausgeruht.

 

Klar geht das alles eigentlich nicht so einfach, wie ich es jetzt hier schreibe. Von meiner Arbeit aus hab ich mir eine Woche frei genommen, dann waren Unabhaengigkeitstage und Frei fuer alle Schulen und Kindergaerten und jetzt sind seit einer Woche, und noch fuer eine weitere Woche, Winterferien.

So, gut ist`s.

4.8.11 00:26


Viel ist passiert, wenig hab ich geschrieben...

So, nach langem nichts schreiben und schon viel zu spät meld ich mich mal wieder. Ich sammel nun mal ein paar eindruecke der letzten wochen zusammen. Ostern: hier in peru wird die semana santa gefeiert. ein wichtiges und schoenes fest mit prozessionen auf der strasse und einigen messen in der kirche. in meiner familie jedoch wurde die semana santa fast ignoriert und ich war nur am ostersonntag in der kriche. ausserdem waren wir auf einer dieser zeremonien auf der strasse, es wurde die kreuzigung jesu christis nachgespielt. eine stunde lang sind wir durch die pralle mittagshitze gewatschelt und haben den schauspielern zugesehn, es wurde gesungen, gebetet, gepredigt und, was mich wirklich ziemlich erschreckt hat, vom band geheult. im grossen und ganzen war der marsch eher langweilig und ermuedent, dann jedoch ging es auf einen kleinen huegel wo christus und zwei seiner kompanen gekreuzigt wurden. ein ziemlich aufwaendiges schauspiel mit grossen krauzen die in den sand gepflockt und fuer die kreuzigung verwedet wurden. mir war das ganze ein bisschen zu viel, aber gut, so wird eben an damals erinnert... dann hatten wir am 10. april die erste runde der praesidentschaftswahl. es gab um die 30 parteien fuer den congreso und 13 (!) kandidaten fuer das praesidentschaftsamt. allerdings kamen nur fuenf von ihnen wirklich in frage und so wurde auch bei dem im fernsehen uebertragenen duell, nur diese fuenf eingeladen. es handelt sich hierbei um: keiko fujimori: tochter von alberto fujimori, ehemaliger preasident von peru, der wegen menschenrechtsverletzung und korruption seit jahren im gefaengis sitzt. fragwuerdige kandidatin, die sich um die freilassung ihres vaters bemuehen wird und ihn in ihrem namen regieren laesst. ollanta humala: ziemlich seltsamer typ der gelder von seinem freund hugo chavez, dem linksradikalen preasident von venezuela, fuer den wahlkampf bekommen hat und deshalb grosses aufsehen erregt hat. ehemaliger militarist. oder wie das heisst... pablo pedro kuszynski: einziger etwas glaubwuerdiger kandidat, deutsch-peruanischer herkunft. toledo: ehemaliger praesident von peru, wegen alkohol und drogen geschichten sehr bekannt und ebenfalls etwas fragwuerdig. ich weiss allerdings nicht sehr viel von seinen ideen und programmvorschlaegen, genauso wenig wie ueber den letzten kandidat castañeda. heute, am 5.juni gabs die stichwahl zwischen ollanta humala und keiko fujimori. noch wird ausgezaehlt aber es wird wahrscheinlich ziemlich knapp der linksradikale ollanta gewinnen. die wahlkampfzeit hier war ziemlich anstrengend. die ganzen staedte sind voll, und mit voll meine ich wirklich wirklich voll, mit werbung der kandidaten. die leute tragen tshirts, kappen und stirnbaender ihrer lieblingskandidaten sogar in der arbeit und bepinseln ihre hauswaende mit den logos derer. riesige plakate und banner "schmuecken" die stadt und die auftritte der kandidaten im wahlkampf erinnern an popkonzerte und das finale von germany's next topmodel. ja. ein bisschen anders als in deutshcland ist auch, dass man immer wieder interviews in den privaten raeumlichkeiten der politiker zu sehen bekommt, und einem scheinbar entspannten tratsch der kandidaten und ihrer familie mit dem reporter lauschen kann. eine grosse schwierigkeit ist, waehlen ist pflicht. wer nicht waehlt, zahlt. aber fuer wen waehlen wenn nur zwei solch fragwuerdige kandidaten zur auswahl stehen...?! ich bin gespannt wie das nun weiter geht, was sich in den naechsten fuenf jahren wohl so veraendert... am 10.mai war muttertag. in peru ein unglaublich wichtiges event. ueberall in den schulen und kindergaerten wurden kleine feste fuer die muetter veranstaltet und die kinder beschenken die muetter reicher wie an ihrem geburtstag. mit meiner familie, die ja ein wenig schwierig war, war ich nur essen jedoch in meiner arbeit hatten wir ein eben beschriebenes fest. sodala. das waren nun mal die etwas spannenden aktionen der letzten wochen hier. nun zu meinem leben. meine arbeit ist und bleibt unspannend und eintoenig, jedoch hab ich immer mehr spass mit den kindern, weil ich mich einfach mittlerweile richtig gut verstaendigen kann! ich schnapp mir ienfach nach der ersten brotzeit ein paar kinder und spiel und alber mit ihnen rum, so gut und lange, wie ich eben kann und darf. ich denke, diesen kindern fehlt es grundsetzlich an aufmerksamkeit und gelassenheit. in ihren familien bekommen sie, wenn es irgendwie finanziell moeglich ist, einfach alles was sie wollen. andernfalls schreien und heulen sie so lange, bis der vater vermutlich die nerven verliert. ausserdem wollen sie ihre "hausaufgaben" nicht machen, was widerrum dazu fuehrt das die muetter diese machen und die kinder nichts lernen. es ist wie ein rennen gegen eine ewige wand. jeden tag versucht man von neuem zu erklaehren, das rot eben nicht gruen ist und zuhause, wo sie diese dinge stolz ihren eltern erzaehlen koennten, wird ihnen nicht zugehoert sondern lieber viel zu suesses essen serviert. das ist so ein punkt, den muss ich einfach akzeptieren, so schwer es auch sein mag. die erziehungs- und umgangsformen in diesem land sind erschreckend unbedacht und unklug... ich kenne jetzt schon, in der kurzen zeit in der ich hier bin, fuenf oder sechs erwachsene leute die diabetes und ernsthafte folgeschaeden haben und trotzdem hoeren sie nicht auf, unentwegt zucker zu konsumieren. schwierig. ja. und zu meiner familie. die hab ich mittlerweile, vor genau zwei wochen, gewechselt. darueber bin ich sehr froh weil ich nun endlich etwas zeit auch geniessen kann. ich lebe nun in einer grossfamilie. eigentlich sind wir im haushalt nur zu viert, gastmama, gastpapa und gastbruder, der schon einen sohn hat, aber wieder zu hause lebt weil er sich von seiner frau getrennt hat. dann habe ich noch zwei gastschwestern die auch beide zwei kinder haben. dann gibt es noch die mutter meiner gastmama die auch oft vorbeischaut und eine wunderbare weise heilerin ist! in zehn tagen bin ich den dritten monat hier. unglaublich ist das! letztes wochenende war ich einen tag in trujillo und habe mir bevor ich nach huanchaco an den surferstrand gefahren bin, die ruinenstaette chanchan angesehen. ein unglabuliches und wunderschoenes erlebnis, das ich sicher nie vergessen werde. dort hatte ich zum ersten mal in der ganzen zeit so richtig das gefuehl hier angekommen zu sein und hoffe naechstes wochenende, wenn ich nach huaraz reisen werde, wieder ein stueck weiter in diese kultur zu finden. morgen gehts dann wieder in den kleinen combis zur arbeit. das sind kleine autobusse, ungefaehr so gross wie unser kleiner bus in dietramszell, in die normalerweise so sechs, sieben personen passen. hier jedoch befinden sich irrsinnige 18 bis 20 personen in einem solchen. immer wieder ein erlebnis fuer sich! soviel als kleine zusammenfassung. alles liebe aus chimbote.
5.6.11 21:31


es tut sich was in chimbote!!!

heute also mal wieder endlich was neues: nun bin ich ja schon fast drei wochen in meinem projekt und fuehle mich so langsam richtig wohl. die kinder wachsen mir ans herz und ich versteh sogar ab und zu meine kollegin im grossen und ganzen hab ich jeden tag die gleichen aufgaben, ich helfe meinen kolleginen die hausaufgaben fuer den naechsten tag vorzubereiten und korrigiere die vom vortag. nebenbei setze ich mich gerne zu den kindern, die noch schwierigkeiten mit den holzpuzzels haben oder teile blaetter aus, die die kinder ausmalen sollen. letzte woche habe ich viel gelernt weil die gruppe mit den fuenfjaehrigen, bei denen ich auch manchmal die hausaufgaben vorbereite, die menschlichen sinne durchgenommen haben riechen, sehen und schmecken kenn ich jetzt. am tag, an dem sie den sehsinn vorgestellt bekommen haben, wars besonders lustig: ploetzlich standen alle kinder aus der gruppe an der tuer meiner gruppe und starrten mich an. ihre professorin meinte, schaut, schaut euch die augen von professora lucie an, welche augefarbe hat sie?! sehr spassig, da hier eigentlich alle schwarze oder sehr dunkelbraune augen haben und das fuer die kinder sehr besonders war eine andere augenfarbe zu sehen... das ist sowieso wahnsinnig auffallend. ich werde auf offener strasse staendig von wildfremden leuten gefragt wo ich herkomme und wie schoen meinen grau-gruenen augen doch sind. als europaeerin ist´s schon besonders heftig seit letztem freitag hat sich dann auch endlich fuer mich wirklich was getan: ich wurde den anderen leuten, die auch mit afs, die organisation, die meinen aufenthalt hier traegt, in chimbote sind, vorgestellt. die sind im allgemeinen ungefaehr in meinem alter, zwischen 16 und 24 und aus frankreich, belgien und deutschland. alle sind ziemlich ziemlich cool. ich hab seit dem eigentlich nur noch volles programm und endlich was von chimbote gesehen. ich war das erste mal am meer und hab landestypische sachen gegessen. wir waren zusammen im kino und auf dem grossen markt. alles sehr eindrucksvoll und spannend. heute war ich mit einem maedchen aus belgien im schwimmbad. super sache ist das hier, weil das schwimmbad in einem tollen, wilden park in chimbote und von wunderbaren baeumen umrandet ist. ein hochromantisches freibad. mit lecker heisser schokolade im bauch gings dann wieder nach hause, wo ich mich dann demnaechst in mein riesen bett legen werde.
15.4.11 05:04


erste tage im kindergarten

so. ich war heute nun das zweite mal in der arbeit und moechte ien bisschen erzaehlen

gestern frueh wurde ich abgeholt und zu meiner arbeit begleitet. ein kindergarten im armenviertel von nuevo chimbote. dort gibt es drei klassen, eine fuer die 3jaehrigen, 4jaehrigen und 5jaehrigen. ausser mir arbeiten noch einige andere frauen und eine freiwillige von afs aus deutschland, die schon seit september dort ist, in dem kindergarten.

gestern wurde ich einfach ins kalte wasser geschmissen! johanna, die freiwillige aus deutschland, hat mir zwar drei, vier grundlegende dinge erklaert aber sonst... ich hab eig den ganzen tag nichts verstanden, weil die alle wahnsinnig schnell sprechen und die kinder natuerlich oft weinerlich nuscheln naja. war dann nach dem ersten arbeitstag ziemlich fertig und hab zu hause zwei stunden geschlafen.

heute liefs schon bisschen besser. auch wenn ich nicht unbedingt mehr verstanden hab, aber ich wusste schon ungefaehr wie der tag ablaeuft und konnte so die deutungen meiner kollegin verstehen hier ist das alles ein bisschen anders als in deutschen kindergaerten: die lernen hier auch gleich bisschen schreiben und rechnen und bekommen hausaufgaben.

nun gut. mal sehen was ich die naechsten wochen so berichten kann. da hab ich naemlich ab montag oder so endlich meinen sprachkurs!

liebste gruesse aus chimbote!

31.3.11 22:40


im smiliewahn!

sodala, hat also doch bei einigen geklappt meinen blog zu oeffnen, vielen dank fuer die lieben kommentare!!! oder besser so:  hehe...

eig hab ich sehr viel zu erzaehlen, aber ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll... also, gestern war ich auf einer tollen feierei auf dem lande. sie war organisiert von einer christlichen gemeinder, in der meine gastmama und meine gastschwester mitglied sind. der erloes dieser veranstaltung geht an die armen.

erstmal gings los mit viel viel essen pachamanca. muy rico! aber leider viel zu viel fuer mich. die koennen esse, die peruaner, dagegen sind hannas und meine essgewohnheiten ein witz!!! naja, und nach dem essen haben sich alle auf der wiese versammelt und sind um einen baum getanzt. dieser baum wurde wohl irgendwo gefaellt udn dann dort wieder in den boden eingearbeitet, so das er sicher und fest steht. in den baum wurden spielsachen, plastictoepfe und -tassen und viel luftschlangen gehaengt. nun wurde, waerend getanzt und gesungen wurde abewechselnd mit einer axt auf den baum eingehackt. das ging sicher eine stunde lang so weiter, bis der baum endlich umgefallen ist udn sich alle, hauptsaechlich erwachsene (!!!) auf den nun am boden liegenden baum stuertzten und sich das ganze zeugs kralten... verueckt aber ziemlich cool!

mh, ich merke, mein deutsch klingt schon langsam ziemlich komisch. in meinem kopf herrscht ein mix aus deutsch, spanisch und englisch und ich schaff's garnicht mehr die verschiedenen satzbauweisen zu unterscheiden...

bis jetzt ist noch alles ziemlich ruhig, ich war zwar auch schon auf einer oeffentlichen bingo-veranstaltung, deren erloes fuer die leute mit verschiedenen krankheiten und ohne medizinische versorgung sind, aber sonst ist noch nicht viel passiert. das fest gestern und das bingo waren sehr lustig und ich habe es sehr genossen so viele herzliche leute um mich zu haben! alle freuen sich, mich zu treffen und wollen sofort mit mir quatschen... geht ja leider noch nicht so gut aber bald, denke ich... das mit dem spanisch wird schon. gestern hab ich ziemlich viel gelernt, bei den ganzen leuten... alle sind sehr bereit und haben grosse lust mir zu helfen, die freuen sich total das ich da bin!

 eigentlich sollte ich morgen das erste mal in meine arbeit gehen, aber wie es eben in suedamerika so ueblich ist, the plan is changed! erst am mittwoch werde ich in die arbeit gebracht, mal sehen ob's dann auch wirklich klappt...

nun gut, bald gibt's neues,

liebe gruesse nach deutschland!

29.3.11 03:55


Erster Tag. Das Klima in Lima ist Prima :)

So, ich hab mich nun also doch fuer einen Blog entschieden und versuche nun zum ersten mal mein Glueck...

Gestern Abend, am 22.3.2011 sind wir, Marion, Lewin, Jan und ich in Lima angekommen. Um 21:00uhr wurden wir abgeholt und sind direkt zu unsrem Hostel gefahren. Das Hostel liegt ziemlich zentral und wir haben uns sofort wohl gefuehlt!

heute morgen gabs dann desayuno americano con dos huevos a tu estilo y infusion   ziemlich geschmacklose semmeln und milchbroetchen dazu, dafuer viel zu suesse marmelade... mh lecker.. dann gings auf zum afs buero und wir haben die erste einfuehrung fuer unsre kommende zeit bekommen... was ich bis dahin noch nicht wusste: es gibt eine gastfamilie fuer mich, zumindest fuer die ersten sechs monate, was mich wahnsinnig gluecklich macht! am freitag werd ich also dann in den bus nach chimbote steigen und knapp zwei wochen bei meiner familie sein bevors dann richtig losgeht und ich mein projekt das erste mal sehe.

dann sind wir mit unserer zustaendigen betreuerin essen gegangen, chifa, chinesisch und abgesehn davon, dass mein magen das alles hier noch nicht packt, wars eigentlich ziemlich lecker!!! alles ist wahnsinng aufregend und lebendig und diese unglaublich volle stadt, die so laut ist begeistert mich sehr.

nach dem mittagessen gings weiter mit infos und bla... danach gings erstmal ab in die kirche, nun waren auch die anderen mitarbeiter von afs lima dabei, die allesamt wahnsinnig nett und lustig sind! ich hab selten so eine gastfreundlichkeit und aufgeschlossenheit wie hier erlebt. die lachen die ganze zeit und reuen sich an unseren versuchen, spanisch zu sprechen... hach, es ist wirklich koestlich! mit allen zusammen waren wir dann abendessen in einer polleria (sehr typisches "restaurant" in dem es nur huhn mit pommes und salat, den wir nicht essen sollten, gab...) und auch das war gut! was ich jedoch nicht weiter empfehlen kann ist inca kola, abscheulich suesses getraenk, dass hier einfach jeder trinkt... schmeckt wie verfluessigter puffreis und schlimmer

es ist jetzt schon wieder 21:10uhr und die luft ist immernoch drueckend und warm (21grad)... ich hatte einen tollen, vollen tag, meine augen haben viel gesehn und fallen gleich zu... ich meld mich bald wieder, hasta más tarde, olga

24.3.11 03:22





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